Zeitstrahl CDA

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A place of history

Die Cité de l’Automobile zeigt mehr als 450 Traumautos und zählt zu den weltweit schönsten Sammlungen.

1906 Die Schlumpfs in Mülhausen

1906

Die Schlumpfs in Mülhausen

Carl und Jeanne Schlumpf lassen sich kurz nach der Geburt ihrer beiden Söhne, Hans und Fritz, in Mülhausen nieder.

1906 Die Schlumpfs in Mülhausen

Carl Schlumpf arbeitet bei der Gartenbaugesellschaft Becker als Buchhalter. Er heiratet Jeanne, eine der Becker-Töchter. Hans wird 1904 und Fritz 1906 geboren. Carl Schlumpf stirbt im August 1918. Hans wird auf eine Privatschule in die Schweiz geschickt, wo er einen betriebswirtschaftlichen Abschluss erwirbt. Fritz hingegen geht auf das öffentliche Gymnasium von Mülhausen. Als Angestellter in Textilbetrieben macht er sich 1928 mit der Vermittlung von Wolle selbstständig.

1935 Die Brüder als Unternehmer

1935

Die Brüder als Unternehmer

Hans und Fritz schließen sich zusammen und gründen gemeinsam ihre ersten Firmen.

1935 Die Brüder als Unternehmer

Die beiden Brüder gründen die SAIL (Société Anonyme pour l‘Industrie Lainière – Aktiengesellschaft für die Wollindustrie), kaufen ihre ersten Aktien der Spinnerei Malmerspach und übernehmen 1940 und dann 1956 die Kontrolle über verschiedene Firmen in Erstein und Roubaix.

1957 erwerben die Brüder Schlumpf die Textilfabrik HKD, die ehemalige Wollspinnerei von Mülhausen. Als Leiter der Geschäfte trifft Fritz fast alle Entscheidungen. Sein älterer Bruder folgt ihm gänzlich und ihr Imperium wächst stetig.

1961 Die Anfänge der Sammlung

1961

Die Anfänge der Sammlung

Zwischen 1961 und 1963 kauft Fritz Schlumpf heimlich und in großer Zahl Oldtimer. 

1961 Die Anfänge der Sammlung

Um seine Käufe zu tätigen, knüpft er eine Reihe von Kontakten mit „Kundenfängern“ in Frankreich, der Schweiz, England, Italien, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Der reiche Industrielle kauft unentwegt die europäischen Autos der frühen Epoche, wobei er die amerikanischen Modelle ablehnt.

Fritz Schlumpf erlaubt nur einigen wenigen Privilegierten den Zugang zu den Lagerhallen der Fabrik, in denen sich die Autos befinden und hält seine Sammlung geheim. Im Mai 1965 erscheint in der Zeitung L‘Alsace der erste Artikel, der das Ausmaß dieser verheimlichten Sammlung zu Tage bringt. In Fritz Schlumpf keimt die Idee zu einem Museumsvorhaben.

1966 Das „Schlumpf-Museum“

1966

Das „Schlumpf-Museum“

Es beginnen die Arbeiten für die Aufwertung der Sammlung. Die umfassenden Bauarbeiten erstrecken sich über mehrere Jahre. Doch dieses von Fritz Schlumpf erdachte Museum wird niemals eröffnet werden.

1966 Das „Schlumpf-Museum“

Alle Wände des großen Gebäudes mit Sheddach der Fabrik in Mülhausen werden abgerissen. Diese zusammenhängende Ausstellungshalle mit einer Fläche von 17.000 m2 ist in 23 „Viertel“ unterteilt, die jeweils 10 bis 20 Autos enthalten, und wird von drei Kilometern gefliester breiter Wegen gesäumt. 

Parallel dazu schreiten die Maßnahmen zur Instandsetzung der Fahrzeuge schneller voran. Sie erfordern sieben Hilfsmechaniker, zwei Sattler, zwei Klempner, einen Klempnergehilfen und fünf Lackierer. Um seine Sammlung kaufen und ausstellen zu können, hat Fritz Schlumpf auf diese Weise in 10 Jahren etwa 12 Millionen Francs ausgegeben.

1976 Der Fall Schlumpf

1976

Der Fall Schlumpf

1976 ist das Museum bereit, Besucher zu empfangen; die Empfangshallen und Restaurantsäle mit glänzendem Samt warten auf die Eröffnung. Die Eintrittskarten sind gedruckt, die Champagnergläser stehen zum Anstoßen auf den Ruhm des Museums bereit. Doch …

1976 Der Fall Schlumpf

Leider geraten die Schlumpf-Unternehmen in dieser Zeit aufgrund der Textilkrise in finanzielle Schwierigkeiten. Zunächst weigern sich die beiden Brüder Beschäftigte zu entlassen, müssen den Tatsachen jedoch bald ins Auge sehen: sie melden Konkurs an, die Fabrikarbeiter werden entlassen und die Fabrik versiegelt. 

Am frühen Morgen des 7. März 1977 dringen eine Handvoll Männer in die HKD-Fabrik in Mülhausen ein. Verblüfft entdecken sie 436 glänzende Sammlerautos, einen regelrechten Schatz, den die Brüder Hans und Fritz Schlumpf seit den 60er Jahren unter absoluter Geheimhaltung mit dem Geld der Fabriken angehäuft haben. 

Die Arbeiter entschließen sich, den Ort zu besetzen. Das „Musée Schlumpf“ (Schlumpf-Museum) wird umbenannt in „Musée des Travailleurs“ (Arbeitermuseum). Der Eintritt zum Museum, das unter die Aufsicht der Gewerkschaft CFDT gestellt wurde, ist kostenlos. „Ich verdiente 1400 Francs pro Monat, hier ist also der Rest gelandet“, steht auf einem der vielen Hinweisschilder unter dem Kühlergrill eines Rennwagens.

Die Brüder Schlumpf hingegen werden in ihrer Villa gefangen gehalten. Nach drei Tagen werden die Brüder Schlumpf auf Veranlassung der französischen Behörden an die Schweizer Grenze gebracht, wo sie offiziell ihren Wohnsitz begründen. 1979 bestätigt das Berufungsgericht von Colmar die Liquidierung des Privateigentums der beiden Brüder, einschließlich der Sammlung der mit den Geldern der Fabriken restaurierten Autos.

1981 Musée national de l’Automobile

1981

Musée national de l’Automobile

Die Association du Musée national de l‘Automobile – in der die Stadt Mülhausen, das Departement du Haut-Rhin, die Region Alsace, die Industrie- und Handelskammer Mülhausen, der Automobile Club de France, das Unternehmen Panhard und das Comité du salon de l‘Automobile zusammengefasst sind – erwirbt die Sammlung für 44 Millionen Francs – ein Kauf, der im Vorjahr vom Obersten Gerichtshof genehmigt wurde.

1981 Musée national de l’Automobile

Am 10. Juli 1982 öffnet das Musée national de l‘Automobile seine Türen für die Öffentlichkeit. Es beginnt eine grundlegende Arbeit, um die Inszenierung der Sammlung weiterzuentwickeln und das Interesse der Besucher zu erwecken.

1989 muss das Musée national de l‘Automobile aufgrund der Urteile des Berufungsgerichts Paris seinem Namen und allen Dokumenten, die ein Element der Sammlung erwähnen, „Collection Schlumpf“ (Schlumpf-Sammlung) hinzufügen.

1999 Culturespaces, Museumsbeauftragter

1999

Culturespaces, Museumsbeauftragter

Die Association du Musée national de l‘Automobile überträgt Culturespaces den Betrieb des Museums.

1999 Culturespaces, Museumsbeauftragter

Am 25. März 2000 erhält die Öffentlichkeit, nach zahlreichen Bauarbeiten, Zugang zum größten Automobilmuseum der Welt, das teilweise renoviert und modernisiert wurde. Bei der Renovierung des Museums wurden insbesondere drei Ziele verfolgt: seine Identität erhalten, die Sammlung zur Geltung bringen und ein modernes und lebendiges Konzept entwerfen.

Im Juli 2006 erfolgt seitens Culturespaces eine neue Einweihung und das Musée national de l‘Automobile wird zur Cité de l‘Automobile. Im neuen Eingangsbereich entdeckt der Besucher hängende Autos im Abflug. Diese unwahrscheinliche Inszenierung von Autos und Tieren wird durch eine wechselnde akustische Vorrichtung fortgesetzt, die natürliche, atmosphärische und mechanische Geräusche vermischt.

Hauptziel dieses Projekts ist es, von einer Sammlung in einem glanzvollen Rahmen zu einem nach außen geöffneten Museum zu gelangen, in dem die Besucher die Gesamtheit der ehemaligen Spinnerei entdecken können, die sich über mehr als 4 Hektar erstreckt. Das Ziel hierbei ist, das außergewöhnliche architektonische Erbe der ehemaligen Fabrik zur Geltung zu bringen.

Im Juli 2011 schafft Culturespaces eine „Autodrome“ getaufte Entwicklungsstrecke, um sich von dem statischen Bild einer Sammlungsausstellung zu lösen. Die Autos kommen wieder in Fahrt, zum Vergnügen der Besucher und Sammler. Sie erlaubt die Erweiterung der Cité de l‘Automobile von 4 auf 8 Hektar und führt ein Freilichttheater in diesen Museumskomplex ein. 

1999 Culturespaces, Museumsbeauftragter